Andreas Strunk ist der Toptransfer des VfL Rüdesheim

vereinswappen_originalDer VfL Rüdesheim könnte sich in der kommenden Saison als Geheimtipp in der Fußball-Bezirksliga entpuppen. Neun Neuzugänge präsentierten die Trainer Björn Trinks und Alexander Jäger beim Trainingsauftakt. Außerdem steht ihnen in Andreas Strunk ein dritter Partner als spielender Coach zur Seite. „Er ist natürlich unser Toptransfer“, sagt Trinks. „Er wird uns auf dem Platz mit seiner Präsenz und Erfahrung enorm weiterhelfen. Außerdem soll er sich auch als Trainer voll einbringen.“ Von einem Favoritenstatus möchte Trinks aber (noch) nichts wissen. „Wir haben uns in Breite und Spitze klar verstärkt“, gibt er zu. „Aber das Durchschnittsalter liegt bei 22 Jahren. Das ist Jugend forscht.“ Unter Zugzwang sieht er eher andere Vereine. Oder wie er es formuliert: „Es gibt ja Vereine, die den Vorturner machen wollen. Denen überlasse ich das. Wir schauen, was geht.“


Gerade in der Abwehr wird so einiges möglich. Mit Strunk, der von der SG Hüffelsheim/Niederhausen kam, verfügt Trinks nun über einen der besten Verteidiger der Liga. Zudem bringen Rafael Flegel und Patrick Rusch als potenzielle Nebenmänner wie Strunk Landesligaerfahrung mit. Gleiches gilt für Jens Lunkenheimer, der vom FSV Bretzenheim gen Westen wechselte. Lunkenheimer ist praktisch ein Allrounder. Fühlt sich im gesamten Mittelfeld und auf den Außenverteidiger-Positionen wohl. Trinks, dem die Einstellung seiner Mannschaft in der vergangenen Saison oft ein Dorn im Auge war, erhofft sich von Typen wie Strunk und Lunkenheimer neue Anreize. „Bisher hat es auch gefruchtet“, sagt er. „Sie gehen voran. Das Niveau im Training ist sofort höher. Jetzt merken einige, wie es im Training zugehen kann.“

Dazu trägt natürlich auch der große Konkurrenzkampf im Offensivbereich bei. Mit Arthur Gontscharow, Gerd Meier (beide FSV Bretzenheim, A-Junioren), Nico Thonig (SG Hüffelsheim, A-Junioren) sowie den beiden Kültür-Brüdern Cihan (TSV Hargesheim) und Ceyhun (SG Alsenztal) kommen fünf Spieler fürs Mittelfeld und den Sturm. Meier und Ceyhun Kültür sieht Trinks klar im Sturm. Meier ist ein extrem schneller, laufstarker Angreifer. „Wir müssen aber schauen, ob Gerd ein Knipser wird“, sagt er. „Mit 18 ist er sehr jung. Wir dürfen keine 20 Tore von ihm erwarten.“ Kültür ist deutlich weiter entwickelt, zeigte bei der SG Alsenztal in der Rückrunde gute Leistungen. Hinter seinem Bruder stehen noch einige Fragezeichen. „Man merkt ihm körperlich an, dass er lange nur A-Klasse gespielt hat. Da fehlt viel“, sagt Trinks. Zudem verreist Kültür während der Vorbereitung in die Türkei. Im Idealfall ist der Rüdesheimer ein offensiv ausgerichteter Sechser mit gutem Auge für freie Räume und einem starken Passspiel.

Arthur Gontscharow und Nico Thonig kann Trinks bisher noch kaum einschätzen: „Arthur ist ein so begabter Typ, der hat eigentlich für alles Qualitäten – vom Stürmer bis zum Verteidiger. Wir werden sehen.“ Thonig bringt einen starken linken Fuß mit. Ob er mit dem auf der Außenbahn oder im Sturmzentrum zaubert, ist aber noch unklar. Beide könnten theoretisch auch noch bei den A-Junioren des VfL auflaufen. Ihr Coach sieht sie aber eher in der ersten Mannschaft.

Doch nicht nur in vorderster Reihe hat der VfL aufgerüstet. Auch im Tor schürt der ehemalige Oberligakeeper Trinks den Konkurrenzkampf. Stammtorwart Andreas Ringelstein muss seinen Status als Nummer eins gegen Tim Warkus (zuletzt Hassia Bingen) und André Müller (TSV Hargesheim) verteidigen. Im Augenblick läuft es auf einen Zweikampf zwischen Routinier Ringelstein und Warkus heraus. Der Neffe von Kay Warkus, dem Trainer des SV Winterbach, hat großes Potenzial. „Er ist ein typischer Warkus: groß, breit, Riesenpranken. Mehr muss man eigentlich nicht sagen. Es wird ein geiles Battle ums Tor!“

Die Abgänge von Carsten Scheuer (TuS Gensingen), Björn Mikolajewski, Carsten Kels (beide TuS Boos), Michael Gschwindt (SG Eintracht Bad Kreuznach) und Michel Schäfer (TuS Winzenheim) sollten also mehr als kompensiert sein. „Ein gewisses Risiko besteht aber trotzdem“, sagt Trinks. „Es ist jetzt eine noch jüngere Mannschaft.“ Der er aber eine Menge zutraut. „Ich bin mir trotzdem sicher, dass wir am Ende besser dastehen, als nach der letzten Saison.“

Quelle: Öffentlicher Anzeiger, 27.06.2013

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