Spieltagsvorschau – Bezirksliga Nahe

Presseberichte zum 08. Spieltag

Öffentlicher Anzeiger

Aufsteiger gewöhnt sich an Tempo und Härte – Spvgg Hochstetten will gegen den TSV Langenlonsheim/Laubenheim nachlegen – SG Disibodenberg bei Karadeniz

Aufstiege sind eigentlich eine feine Sache. Der Verein hat eine klasse Saison, meist mit einer Meisterschaft, hinter sich, und die Party kann losgehen. Als Bonus darf man gut drei Monate später in einer höheren Klasse sein Können beweisen. Timo Bender ahnte schon nach der Meisterfeier, dass genau das ein Problem für seine Spvgg Hochstetten/Dhaun werden könnte. Bender sollte recht behalten. Der Meister der Bezirksklasse West brauchte sechs Spieltage, um seinen ersten Bezirksligasieg einfahren zu können. Immerhin waren Bender und seine Fußballer auf die Situation vorbereitet: „Wir wussten, was auf uns zukommt. Deshalb können wir damit umgehen. Langsam müssen wir aber in die Pötte kommen.“

Beim SV Niederwörresbach war es dann so weit. 4:2 gewannen die Hochstettener. Nun soll gegen den TSV Langenlonheim/Laubenheim auf eigenem Terrain nachgelegt werden. Ganz so einfach wird das aber sicher nicht. Der Gegner macht Bender, der insgesamt zwölf Jahre in Landesliga und Verbandsliga (erst SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach, später VfR Kirn) kickte und dabei zweimal Meister wurde, weniger Sorgen. „Sie sind schwierig einzuschätzen“, sagt der 37-Jährige. „Die Leistungen waren schwankend. Grundsätzlich ist etwas drin.“ Problematischer schätzt er die eigene Personalsituation ein. Er selbst ist angeschlagen. Danny Mitchell und Lars Ganns sind erkältet. Vor allem Mitchell ist für das Offensivspiel der Spielvereinigung unabdingbar. Neben diesen eher kurzfristigen Ausfällen ist die Zusammensetzung des Kaders ein Grund für die Schwierigkeiten des Neulings. „Wir haben viele Leistungsträger nicht an Bord“, sagt Bender. „Die Zugänge kommen alle aus unteren Ligen. Sie bringen allerdings viel Potenzial mit.“ Tempo und Härte in der neuen Liga sind für sie aber höchst ungewohnt. Bei vielen dauert die Eingewöhnungszeit noch an. Drei Spieler, die maßgeblich am Meistertitel mitgewerkelt hatten, fallen dagegen aus. Flo Müller und Marc Wommer erlitten Kreuzbandrisse. Die Saison ist für sie gelaufen. Eckhard Eid hatte seine Karriere eigentlich schon beendet. Nun soll der Manndecker reaktiviert werden. Gegen Niederwörresbach stand er eine knappe Viertelstunde auf dem Feld. Er soll jetzt am Projekt Klassenverbleib mitwirken. „Nichts anderes war und ist das Ziel“, sagt Bender.

Diesen Satz konnte man so schon vor einigen Wochen von Carsten Rupsys, dem Abteilungsleiter der SG Weinsheim, hören. Auch die Weinsheimer kämpfen mit zahlreichen Ausfällen. Trotzdem ist der Klub immer wieder für eine Überraschung gut. Zuletzt gelang Sascha Messer ein echtes Traumtor. Außerdem gewinnt die SG häufig in Duellen gegen die direkte Konkurrenz. Beim SV Medard sollte man also gewarnt sein. Die Medarder – ebenfalls verletzungsgeplagt – können immerhin wieder auf ihren Spielertrainer Benedikt Bernd (kleiner Zeh gebrochen) zurückgreifen.

Der VfL Simmertal und die SG Spabrücken/Hergenfeld/Schöneberg stecken auch im Abstiegskampf – mal wieder. Beide zeigten in dieser Saison schon richtig gute Ansätze. Die Ergebnisse blieben aber (zu oft) aus. Am Wochenende bekommen beide Teams es mit unangenehmen Gegnern zu tun. Die Simmertaler reisen zum TuS Mörschied, der zuletzt vor über einem Monat drei Punkte einfuhr und nun gewinnen muss. Sonst wäre die Saison für den TuS praktisch gelaufen. Die Spabrücker empfangen den SV Winterbach, der dem TuS Hoppstädten vor Wochenfrist trotz Niederlage alles abverlangte.

Für die beiden Spitzenmannschaften von der unteren Nahe, Karadeniz Bad Kreuznach und SG Alsenztal, stehen Pflichtaufgaben auf dem Programm. Der VfL Rüdesheim (empfängt die SG) und die SG Disibodenberg (gastiert im Salinental) sind sicherlich nicht schlecht, müssen von ernsthaften Titelkandidaten aber bezwungen werden. Die Bad Kreuznacher sollten allerdings auf der Hut sein, schließlich haben sich die Disibodenberger mit zwei 4:2-Siegen auf Rang vier verbessert. Etwas weiter flussaufwärts kommt es zu Derbys. Der FC Hohl Idar-Oberstein erwartet den SV Niederwörresbach. Spitzenreiter TuS Hoppstädten trifft auf den VfR Baumholder.

AZ Bad Kreuznach

„Immer an Leistungsgrenze“ – Rüdesheims Trinks begeistert von ausgeglichener Liga / SG Alsenztal kommt

„Wir sind verdammt schwer zu schlagen“, sagt Björn Trinks, Trainer des VfL Rüdesheim. Seine Mannschaft hat sich in der Fußball-Bezirksliga Nahe auf Rang fünf eingenistet. Auf die nach dem Erfolgsrezept antwortet Trinks: „Wir haben uns in den vergangenen drei Monaten super entwickelt. Die Mannschaft hat das angenommen was wir vorgegeben haben.“

Trinks, der sich das Traineramt mit Alexander Jäger teilt, meint voller Lob: „Alex macht eine sensationelle Arbeit hier. Er unterstützt mich in allen Belangen und bringt seine Erfahrung mit ein.“ Ihm macht es riesen Spaß in der Bezirksliga, denn in seinen Augen ist die Klasse sehr ausgeglichen. „Wir müssen jedes Mal an die Leistungsgrenze gehen“, erklärt der ehemalige Oberliga-Keeper. Doch glaubt er, dass sich drei bis vier Teams oben absetzen werden. „Karadeniz wird vorneweg marschieren, dahinter wird es spannend. Mit Alsenztal hat die Liga noch mehr an Klasse gewonnen“, so seine Einschätzung. Deshalb freut er sich auch das kommende Spiel, in dem die SG Alsenztal zu Gast in Rüdesheim ist. „Die haben ein hohes Potenzial, sind körperlich sehr präsent und haben dazu noch individuelle Klasse“, analysiert Trinks seinen Gegner. Deshalb ist der Gast auch für ihn Favorit, obgleich Kalli Gauch wegen einer Roten Karte fehlen wird. „Das wird sie etwas schwächen“, schätzt der Rüdesheimer, der aber keine Angst hat: „Wir werden uns was Pfiffiges ausdenken, und wenn alle Rädchen greifen, begegnen wir uns auf Augenhöhe. Doch muss die Mannschaft arbeiten, dann haben wir eine realistische Chance.“ Dass der VfL am Ende nicht verlieren wird, davon ist er überzeugt.

SG Spabrücken/Sch./Hergenf. – SV Winterbach: Die Gäste aus Winterbach warten noch immer auf ihr erstes Auswärtstor in dieser Saison. Auf der anderen Seite haben die Hausherren noch aus dem Kirmesspiel etwas gut zu machen. Präsentiert man sich mit einer ähnlichen Leistung, wird man wieder zu Hause verlieren und weiter den vorletzten Tabellenplatz behalten. Bei beiden läuft es überhaupt nicht rund und ein Erfolgserlebnis könnte beide Beflügeln. Doch gewinnen wird derjenige, welcher den größeren Siegeswille und Mut zum Risiko hat. Verkrampfen beide, stehe am Ende ein Remis, was jedoch ein Teilerfolg ist.

TuS Mörschied – VfL Simmertal: Der TuS Mörschied scheint nicht wirklich aus seinem Tief zu kommen. Aber auch die Gäste konnte ihr Zwischenhoch nicht kompensieren. Erschwerend für den VfL ist die Tatsache, dass bisher alle Gastspiele verloren wurden. Haben beide eventuell Angst vor der eigenen Courage bekommen. Wer hier verliert bleibt erst einmal hinter seinen Erwartung zurück. Das Vorjahresergebnis wird sich nicht bestätigten, ein Unentschieden wäre denkbar, dafür müsste aber beide mehr Risiko zeigen.

Karadeniz Kreuznach – SG Disibodenberg: Im Topspiel können die noch ungeschlagene Karadeniz einen Verfolger weiter auf Abstand halten. Jedoch sind die Gäste nicht zu unterschätzen, da sie unberechenbar sind. Hingegen sind die Kreisstädter verwundbar, wenn man die Schlüsselspieler ausschaltet und den Spielfluss von Beginn an unterbindet. Alles ist Möglich und die Tagesform wird entscheidend sein.

FC Hohl Idar-Oberstein – SV Niederwörresbach: Der FC ist zu Hause derzeit noch ungeschlagen. Hingegen hat der Gast bisher auswärts alles verloren und ist somit die schlechteste Auswärtsmannschaft, die auch die rolex replica meisten Tore in der Ferne kassiert hat. Der SV muss sich in der Defensive stabilisieren und die individuellen Fehler abstellen. Falls das nicht geschieht, wird der FC dies eiskalt nutzten. In Anbetracht der Defensivschwäche des SV sollte am Ende ein FC-Sieg stehen.

Spvgg. Hochstetten – TSV Langenlonsheim/Laubenheim: Mit dem ersten Sieg im Rücken erwartet der Aufsteiger den Absteiger. Spielerisch sind die Gäste klar favorisiert, doch kann Hochstetten das durch Kampf wettmachen. Gelingt es der Spielvereinigung, den Spielaufbau des TSV entscheidend zu stören, könnte ein Punkt drin sein.

SG Weinsheim – SV Medard: Durch den jüngsten Erfolg gestärkt, wird der SV sicherlich Revanche nehmen wollen für die 7:1-Klatsche aus der Rückrunde. Auf der anderen Seite scheinen sich die Weinsheimer zu stabilisieren, was es für den SV nicht leichter machen wird. Nimmt der SV den Schwung des Erfolges mit, kann am Ende die Revanche glücken, doch es ist davon auszugehen, dass die Gastgeber das Spiel bestimmen und sich am Ende knapp durchsetzen werden.

TuS Hoppstädten – VfR Baumholder: Der Primus aus Hoppstädten hat eine harte Nuss zu knacken. Die Gäste haben sich auf Remis spezialisiert und sind in den Schlussminuten bärenstark. Der TuS muss also vorher die Partie schon entscheiden, sonst stolpert er. Jedoch sind die Gastgeber Favorit.

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